RéCouVrer – Stärkung der Widerstandsfähigkeit schutzbedürftiger Menschen in Westafrika

Das Programm „RéCouVrer“ setzte sich zwischen 2020 und 2025 in Burkina Faso und dem Senegal für die Stärkung der Resilienz benachteiligter Gruppen ein. Das von der Austrian Development Agency geförderte Programm wurde von einem Verbund von sieben österreichischen Hilfsorganisationen (Caritas Österreich, HOPE’87, Horizont3000, Jugend eine Welt, Light for the World, Österreichische Rotes Kreuz, ICEP) und acht lokalen Partnern durchgeführt.

Hintergrund: Lage in Westafrika

Westafrika steht seit Jahren vor großen Herausforderungen. Wirtschaftliche Krisen, bewaffnete Konflikte und extreme Wetterereignisse erschweren für viele Menschen den Alltag und beeinträchtigen ihre Lebensbedingungen. Die COVID-19-Pandemie hat diese Entwicklungen zusätzlich verstärkt, was die ohnehin fragile Situation weiter bedroht und soziale Ungleichheiten zuspitzt.

Um die Bevölkerung wirksam zu unterstützen, schlossen sich sieben österreichische Hilfsorganisationen – darunter ICEP – im Programm „RéCouVrer“ zusammen. Das Besondere an diesem Programm ist die Verbindung von humanitärer Soforthilfe mit langfristiger Entwicklungs- und Friedensarbeit. So konnten einerseits dringend benötigte Hilfsmaßnahmen umgesetzt und andererseits Perspektiven für eine nachhaltig friedliche und wirtschaftlich stabile Zukunft der Region geschaffen werden. Ein besonderer Fokus lag auf der Unterstützung von jenen Menschen, die von den Krisen am stärksten betroffen sind: Binnenvertriebene, Frauen, junge Menschen und Menschen mit Behinderungen.

Nach fünf erfolgreichen Jahren wurde das Programm im Dezember 2025 abgeschlossen. Insgesamt erreichte es rund 230.000 Menschen.

Zebra in Nordkenia
Zebra in Nordkenia

Das Schulgelände in Nanoro

Schülerinnen und Schüler des 2. Jahrgangs in der Schule in Nanoro

ICEPs Beitrag: Aufbau und Stärkung zweier Berufsschulen

Jede der beteiligten NGOs brachte ihre spezielle Expertise ein, um gezielte und wirkungsvolle Unterstützung zu leisten. ICEP nutzte daher seine langjährige Expertise in wirtschafts- und ausbildungsorientierten Entwicklungsprojekten und arbeitete dabei eng mit dem lokalen Partner Eglise Temple Shalom zusammen.

Seit 2019 engagiert sich ICEP mit Unterstützung der privaten Initiative von DI Peter Klein beim Aufbau einer Berufsschule für technische Berufe in Ougadaougou. Aufbauend auf diesem Projekt wurden in Burkina Faso zwei Berufsschulen entwickelt und ausgebaut – die bestehende Schule in Ouagadougou sowie eine zweite in Nanoro. Beide bieten nun Ausbildungen in Elektrotechnik, Bauwesen und Informatik an. Durch den Bau barrierefreier Zugänge wie Rampen sowie behindertengerechter Sanitäranlagen wurde die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen gefördert, während Lehrkräfte Weiterbildungen in modernen Unterrichtsmethoden sowie zu Gleichberechtigung und Inklusion erhielten. Ergänzend wurden die Auszubildenden mit praxisnahen Trainings in technischen Berufen und Soft Skills sowie bei Bewerbungen unterstützt, um ihre Arbeitsmarktchancen zu verbessern. Insgesamt profitierten mehr als 8.000 Schülerinnen und Schüler sowie Lehr- und Verwaltungspersonal von den Maßnahmen.

Humanitäre Hilfe durch Nahrungsmittel- und Hygienekits

Durch die Ausgabe von insgesamt 2.952 Nahrungsmittel- und Hygienekits leistete ICEP ergänzend auch einen wichtigen Beitrag im Bereich de humanitären Hilfe. Die Hygienekits, die speziell an Frauen und Mädchen ausgegeben wurden, enthielten unter anderem Menstruationsartikel. Da diese in der Region schwer verfügbar sind, entstehen nicht nur gesundheitliche Risiken wie Infektionen. Für viele Mädchen bedeutet der Mangel an geeigneten Menstruationsprodukten auch, dass sie während ihrer Periode dem Unterricht fernbleiben müssen und dadurch häufiger Schulunterricht verpassen.

Zebra in Nordkenia

Junge Frauen mit Hygienekits

Zebra in Nordkenia

Interessierte junge Leute und deren Eltern am Tag der offenen Tür in der Berufsschule Nanoro

Resumee: nachhaltige Wirkung des Programms

In den begünstigten Gemeinschaften sind klare Verbesserungen spürbar: Durch die konsequente Ausrichtung der Ausbildungsinhalte an den tatsächlichen Anforderungen des Arbeitsmarktes wurde sichergestellt, dass die Auszubildenden genau jene Kompetenzen erwerben, die von Unternehmen nachgefragt werden. Besonders Mädchen und Frauen konnten durch Stipendien und Ausbildungsangebote ihre Selbstständigkeit und ihr Selbstvertrauen stärken. Das wirkt sich direkt auf ihre aktive Teilnahme an Bildung, Erwerbsarbeit und am gesellschaftlichen Leben aus. Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Eltern sowie Binnenvertriebene profitieren zudem von einem verlässlicheren Zugang zu Lebensmitteln, Hygieneartikeln und Medikamenten.

Das Programm zeigt, dass gezielte Investitionen in Bildung und berufliche Qualifikation einen wesentlichen Beitrag zur sozialen und wirtschaftlichen Integration leisten. Gleichzeitig fördern sie Chancengleichheit, insbesondere für marginalisierte Gruppen.

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