Wasseraufbereitung und Waste Management in Brasilien: Machbarkeitsstudie für Lenzing

Das ICEP Social Impact Team war in der Woche vom 17. Juni unterwegs in Brasilien. Grund dafür war ein Auftrag von Faserhersteller Lenzing, für den ICEP in Kooperation mit der Austrian Development Agency (ADA) eine Machbarkeitsstudie zu diversen CSR-Maßnahmen in Brasilien durchführt.

LD Zellulose in Minas Gerais

Das Zellulosewerk in Minas Gerais.

Ausgangslage

Die Lenzing Gruppe mit Hauptsitz in Österreich ist der internationale Marktführer in der Holzfaser- und Zellstoffindustrie. In Brasilien ist Lenzing am LD-Cellulose-Werk in Indianópolis, Minas Gerais mehrheitlich beteiligt. Um zielgerichtete Maßnahmen zur Erhaltung der biologischen Vielfalt und die Verbesserung von Ecosystem Services für die lokale Bevölkerung zu verbessern, führt ICEP im Auftrag des Unternehmens eine Machbarkeitsstudie durch. Ziel ist die Sicherstellung der Nachhaltigkeit nicht nur in der Wertschöpfungskette von Lenzing. 

Um trotz der riesigen landwirtschaftlichen Flächen in der Region die Wasserversorgung der der örtlichen Gemeinden sicherzustellen und dabei die Artenvielfalt in den einheimischen Wäldern sicherzustellen, versucht die brasilianische Regierung diesen Auswirkungen durch das Gesetz zum Schutz der einheimischen Vegetation (NVPL) entgegenzuwirken. Das Gesetz schreibt vor, dass auf mindestens 20% der in Privatbesitz befindlichen Flächen die einheimische Vegetation wiederhergestellt oder kompensiert werden muss. Lenzing übererfüllt diese Ziele bereits heute und möchte damit auch Vorbild für lokale Betreibe sein.  

Machbarkeitsstudie mit der Austrian Development Agency

Im Rahmen einer von der Austrian Development Agency (ADA) geförderten Machbarkeitsstudie reiste unser Social Impact Team nach Brasilien. Die Machbarkeitsstudie soll politische, ökonomische, rechtliche und technische Fragen in Bezug auf das geplante Projekt klären. Dabei wurde insbesondere betrachtet, welche Optionen im Bereich der Wasserrehabilitierung bestehen. Das beinhaltet beispielsweise die Renaturierung der kleinen Bäche und Flüsse in der Gegend zwischen den landwirtschaftlichen Flächen in Minas Gerais. Partnerin ist dabei die unabhängige brasilianische Umweltorganisation Instituto Luva, deren Fokus auf Aufforstung, Renaturierung, Waldschutz sowie Umweltbildung liegt.  

ICEP zu Besuch bei LUVA

Das ICEP Social Impact Team zu Besuch bei der NGO LUVA.

Waste Picker bei der Arbeit

Waste Picker bei der Arbeit

Evaluiert werden darüber hinaus auch Maßnahmen zur Berufsausbildung der Leute von Ort sowie ein Projekt im Waste Management Bereich. Da sich das Anbaugebiet von Lenzing über mehrere Gemeinden erstreckt, soll ein Netzwerk für sogenannte „Waste Pickers“ geschaffen werden: Waste Pickers beschäftigen sich mit der Trennung von Recyclingmüll und stellen damit einen wichtigen Faktor für die lokale Nachhaltigkeit dar. Ihnen fehlt es aber an einem Netzwerk zum Know-How-Austausch über Gemeindegrenzen hinweg. Dieser Mangel soll nun behoben werden.  

Wir freuen uns, erneut mit unserem Partnerunternehmen Lenzing zusammenarbeiten zu dürfen und unsere gemeinsame Vision für nachhaltige Entwicklung voranzutreiben. Unsere Machbarkeitsstudie ist ein wichtiger Schritt, um die ökologischen und sozialen Nachhaltigkeitsaktivitäten zu strukturieren und dadurch einzelne Projekte zu einem systemischen Social Impact Ansatz zusammenzuführen. Die Reise nach Brasilien und die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern wie dem Instituto Luva stimmen uns sehr zuversichtlich, dass wir den richtigen Ansatz gewählt haben, um die Lebensqualität der lokalen Gemeinschaften und die Gesundheit des Ökosystems nachhaltig zu verbessern.

Lila Tyszkiewicz

ICEP Unternehmenskooperationen

Unser Social Impact Consulting in Zahlen

Unternehmen, die ICEP beraten hat

Feasibility Studies, die ICEP durchgeführt hat

Wirtschaftspartnerschaften mit der ADA seit 2013

Länder, in denen ICEP Projekte umgesetzt hat

ICEP und Social Impact Consulting

ICEP unterstützt Unternehmen dabei, Herausforderungen und Chancen an der Schnittstelle zur Gesellschaft in Emerging Markets zu identifizieren und zielgerichtete Social Impact-Programme zu implementieren.

Von der Idee zur Umsetzung

ICEP begleitet Unternehmen mit seinem Know-how von der Ideenfindung über die Strategieentwicklung und Konzeption bis hin zu Umsetzung und Evaluierung. ICEP kann auf langjährige Erfahrung im Projektmanagement in Entwicklungsländern und auf Expertise in spezifischen Fachthemen wie Community Development oder Berufsbildung zurückgreifen.

Zum Benefit des Unternehmens und der Gesellschaft

Gemeinsam mit dem Unternehmen erarbeitet ICEP maßgeschneiderte Lösungen für konkrete gesellschaftliche Herausforderungen. ICEP verknüpft Unternehmensziele, vorhandene Ressourcen und Know-how mit innovativen Ansätzen, damit sowohl das Unternehmen als auch die Gesellschaft profitieren.

Die ADA Wirtschaftspartnerschaft

Die Austrian Development Agency (ADA) fördert Vorhaben von Unternehmen, die zugleich einen entwicklungspolitischen und unternehmerischen Mehrwert schaffen. Förderwürdig sind Unternehmen, die in einem Schwellen- oder Entwicklungsland tätig sind und sich in ihrem Umfeld engagieren möchten. Grundvoraussetzung dabei ist die Einbringung von Eigenleistungen in Form von Geld und Sach- oder Dienstleistungen wie technisches Fachwissen, betriebswirtschaftliches Know-how oder Technologien.
ICEP begleitet Unternehmen, die eine von der ADA geförderte Wirtschaftspartnerschaft anstreben, von der Konzeptentwicklung über die Erstellung des Förderantrags bis hin zur halbjährlichen Berichtslegung und Vorbereitung des externen Audits. In Vorbereitung einer Wirtschaftspartnerschaft erstellt ICEP in vielen Fällen eine sogenannte Machbarkeitsstudie, die in Höhe von bis zu 50 Prozent der Studienkosten, jedoch maximal mit 20.000 Euro gefördert wird.
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Logo LUVA

Die Einbindung regionaler Institutionen ist entscheidend für die Qualität und die Nachhaltigkeit eines solchen Programms!

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