Sicherheit in der Berufsbildung

Drittes Sicherheitsseminar im Rahmen des SWEAR (Skills and Work are Africa´s Ressource) Programms in Kenia.

Im Rahmen des von der Austrian Development Agency kofinanzierten Programms SWEAR – Skills and Work are East Africa’s Resource – unterstützt ICEP Berufsbildungszentren in Kenia und Uganda dabei, ihr Angebot zu überarbeiten und am Arbeitsmarkt nachgefragte Ausbildungen anzubieten. Didaktischen und pädagogischen Strukturen werden verbessert, Life-skills in das Lehrangebot integriert und die Zusammenarbeit mit Unternehmen und öffentlicher Verwaltung ausgebaut. ICEP setzt zudem auf den Austausch von Know-how zwischen den Ausbildungszentren, um die Qualität der Berufsbildung in der Projektregion langfristig zu sichern. Die HTL Ottakring unterstützt das Projekt mit ihrem Know-how zur Sicherheit in der Berufsausbildung. Von 2. bis 5. November fand in Nairobi das dritte Seminar zu diesem Thema statt.

Was hat sich getan seit letztem Jahr?

In jeder der Berufsschulen wurde mittlerweile ein Komitee für Sicherheit eingerichtet. Sie verantworten die Umsetzung und Einhaltung der Seminarinhalte und verankern das Thema Sicherheit dadurch nachhaltig in den Schulen. Eine Exkursion zu den beiden Berufsschulen St. Kizito und IMANI bestätigte, dass sich viel getan hat, weitere Aufmerksamkeit jedoch gefragt ist. Charlotte Kirnbauer (ICEP Konsulentin und Englischlehrerin) und Benjamin Gaudriot (Lehrer für Haushaltselektrik) gaben direkt Feedback und Verbesserungsvorschläge.

Themenschwerpunkte in der Ausbildung 2019

Die Seminare setzen sich aus Theorieteil und praktischen Übungen zusammen. Themen waren unter anderen die Wichtigkeit von klarer Kommunikation, Verlängerung der Lebensdauer von Maschinen durch Wartung der Ausrüstung, Schutz und Verwendung von Chemikalien, deren Gefahren-Einstufung und Kennzeichnung und Erkennen von Risiken und Gefahren an Arbeitsplätzen mithilfe von Checklisten. Zusätzlich erstellt jeder Teilnehmer, jede Teilnehmerin am Ende des Seminars einen individuellen Sicherheitsfahrplan für seine Werkstatt.

Ein besonderer Schwerpunkt lag in diesem Jahr auf Haushaltselektrik. Benjamin Gaudriot leitete Workshops zu Elektrogeräten und Verkabelung, möglichen Anzeichen für Defekte und die Vorgehensweise im Umgang mit defekten Geräten. Ein wichtiges Thema sowohl für die Berufsschulen als auch für Privathaushalte.

Sicherheit bedeutet mehr als Schutzkleidung

Wenn es um Sicherheit in einer Werkstatt geht, liegt der Gedanke an Handschuhe und Warnschilder nahe, doch sind auch Soft Skills wie: Verantwortung für die Ausrüstung, das Verwenden des richtigen Werkzeugs, Ordnung und Sauberkeit wichtige Faktoren für eine sichere Arbeitsstelle. Einhaltung dieser Regeln haben in weiterer Folge viele positive Effekte auf die Schulen.

  • Verantwortung und Sauberkeit des einzelnen haben einen positiven Effekt auf die gesamte Produktion
  • Ordnung hilft nicht nur die Verletzungsgefahr zu mindern, sondern lässt auch ein effektiveres Arbeiten zu
  • Wartung der Maschinen erhöht deren Sicherheit und Haltbarkeit
  • Partner-Firmen für die Duale Ausbildung schätzen die Professionalität ihrer Mitarbeiter
  • die Öffentlichkeitsarbeit der Berufsschulen ist einfacher, wenn ihre Werkstätten und Schüler sicher unterwegs sind und sie ein geordnetes Auftreten gegenüber möglichen Kooperationspartnern und Donoren haben

ICEP Berufsbildung in Kenia

Anzahl der Berufsbildungszentren

Jugendliche, die 2017 ausgebildet wurden

Berufsbildunglehrer, die 2017 fortgebildet wurden

%

Anteil der Mädchen in der Berufsbildung

Großer Zuspruch!

Die Rückmeldungen zum Seminar waren sehr positiv und der Wunsch das Training fortzusetzten wurden ganz klar geäußert. Vor allem der Austausch zwischen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern war ein sehr wichtiger Teil des Seminars. An dieser Stelle werden in Zukunft nun die Sicherheitskomitees der Schulen ansetzen. Sie werden sowohl Schulungen in den Berufsschulen anbieten also auch den Austausch mit den anderen Komitees aufrechterhalten.

Das Training hat die Kommunikation mit meinen Schülern beeinflusst. Statt Worte verwende ich jetzt Symbole und Bilder, sie sind umfassender und die Schüler können sie sich leichter merken. Außerdem nehme ich mit, dass ich alle Sicherheitsmaßnahmen nicht nur in der Arbeit, sondern auch zuhause anwenden möchte.

John Kariuki

ECT

Das Training hat mir gezeigt, wie wichtig Sicherheit ist und dass sie oberste Priorität hat. Ich möchte mein Wissen an Lehrer, die bei diesem Training nicht dabei waren, weitergeben und die Maßnahmen umsetzen, die uns noch fehlen. Vielen Dank an Charlotte und Ben, wir haben nicht nur vom Inhalt des Kurses profitiert, sondern auch von den Lehrmethoden.

Michael Kimura

St. Kizito

Besonders interessant war für mich der Vergleich mit anderen Institutionen, der uns gezeigt hat wo wir stehen und wo wir uns noch verbessern können. Ich wünsche mir noch mehr solche Trainings! Auch von der Art wie das Seminar aufgebaut war, kann ich viel mitnehmen. Ich hoffe, ich kann das in meine Klassen mitnehmen und es genauso gut weitergeben.

Rachel Odera

Imani

Beeindruckend waren die Berichte, was sich seit Beginn unserer Zusammenarbeit getan hat. So hat Rachel von IMANI nicht nur erkannt, dass Sicherheit bereits mit dem Beschriften von Räumen beginnt, sondern dies auch umgesetzt. Die Fluchtwege wurden beschriftet und Löscheinrichtungen wurden auf den neuesten Stand gebracht. Erste-Hilfe-Kurse wurden vom Berufsbildungszentrum organisiert. „Safety“ ist sogar im Stundenplan zu finden!

Charlotte Kirnbauer

ICEP Konsulentin

Die Schulen haben teilweise sehr gute Ausstattung, aber es fehlt das Wissen wie sie am meisten Nutzen daraus ziehen können. Grundschulungen und wiederholte Trainings für richtigen Einsatz und Wartung von Werkzeugen und Geräten wären notwendig. Beeindruckt hat mich, dass alle Teilnehmer sehr motiviert waren und offensichtlich schon viel in punkto Sicherheit gemacht haben. Es wurde auch klar kommuniziert, dass der Wunsch nach weiteren Trainings auf dem Gebiet der Sicherheit besteht.

Benjamin Gaudriot

HTL Ottakring

SWEAR – das Berufsbildungsprogramm von ICEP in Ostafrika

Skills and Work are East Africa’s Resource

Seit 1999 arbeitet ICEP in Ostafrika im Bereich der Berufsbildung. Im Rahmen des von der Austrian Development Agency kofinanzierten Programms SWEAR – Skills and Work are East Africa’s Resource – unterstützt ICEP seit Anfang 2015 konkret acht ausgewählte Berufsbildungszentren in Nairobi und Kampala dabei, ihr Ausbildungsangebot zu überarbeiten und am Arbeitsmarkt nachgefragte Ausbildungen anzubieten. Unter anderem werden die didaktischen und pädagogischen Strukturen verbessert, Life-skills in das Lehrangebot integriert und die Zusammenarbeit mit Unternehmen und öffentlicher Verwaltung ausgebaut. ICEP setzt zudem auf den Austausch von Know-how zwischen den Ausbildungszentren, um die Qualität der Berufsbildung in der Projektregion langfristig zu sichern.

ICEPs Erfolgsfaktor: starke lokale Partner

ICEP arbeitet in Entwicklungsländern in enger Kooperation mit Organisationen, die in der jeweiligen Region verwurzelt sind und mit denen es möglich ist, nachhaltige Ausbildungsstrukturen aufzubauen. Bei SWEAR hat ICEP ein Netzwerk von 8 Ausbildungszentren in Uganda und Kenia gebildet, die es einzeln und auch als Netzwerk unterstützt.

Bei der Auswahl seiner Partner verfolgt ICEP konsequent zwei Kriterien: Vetrauenswürdigkeit und Professionalität. Beides ist für ICEP gleich wichtig. Jede Zusammenarbeit basiert auf Vertrauen. Die gute Absicht allein reicht aber auch nicht. Alle 8 Partner für SWEAR besitzen neben der Vision von einer besseren Zukunft, echtem Engagement und Verantwortungsbewusstsein auch die organisatorischen Voraussetzungen und das technische Know-how, um Berufsbildung nachhaltig voranzutreiben.

Peter, Elektriker

ICEP und Berufsbildung

ICEP gibt Jugendlichen in Entwicklungsländern durch Berufsbildung bessere Chancen auf Beschäftigung und Einkommen.

Ausrichtung der Ausbildung auf den Bedarf der Wirtschaft

Dabei geht es insbesondere um die Stärkung der Leistungsfähigkeit von Berufsbildungszentren, die Ausrichtung ihrer Ausbildungsangebote auf den Bedarf der Wirtschaft und die bessere Zusammenarbeit mit Unternehmen und öffentlicher Verwaltung. Die Einbindung von lokalen und internationalen Unternehmen in das lokale Berufsbildungssystem ist für ICEP ein besonders wirksamer Hebel, um mehr und bessere Beschäftigung in einer Region zu erreichen.

Ausbildung für Männer und Frauen im informellen Sektor

Eine zweite Zielrichtung der Arbeit von ICEP sind leistbare Qualifizierungsangebote für Männer und Frauen, die sich im – in Entwicklungsländern meist dominanten – informellen Sektor als Selbständige ihre Existenz sichern müssen.

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