Die Lage in unseren Projektländern ist weiterhin angespannt. Im laufenden Kontakt mit unseren Projektpartnern zeigt sich aber klar, dass Eifer, Mut und Unternehmergeist ungebrochen sind.  

Es wird alles unternommen, um Projekte in adaptierter Form weiterzuführen. E-Learning Formate, spezielle Hygieneschulungen, angepasste Unterrichtspläne – es gibt eine Reihe an Möglichkeiten, die Projekte trotz erschwerter Bedingungen, an die Situation angepasst fortzusetzen. Ein Fokus in unseren Ausbildungsprogrammen liegt darauf, Menschen zu unterstützen sich unternehmerisch bestmöglich an die Krise anzupassen. Andrerseits wird Berufsausbildung auch enorm wichtig sein, bei Nachlassen der Krise lokale Wirtschaftsstrukturen rasch wieder beleben zu können.

Kenia (ECT, Imani, St. Kizito): Fokus auf Sozialarbeit

In Kenia gilt seit 18.März eine nächtliche Ausgangssperre, Schulen sind geschlossen, Menschenansammlungen verboten, der Status von Nairobi und Mombasa als rote Zonen wurde erst kürzlich aufgehoben – für die Wiederaufnahme des Schulbetriebs ist Hoffnung in Sicht. Ab September dürfen zumindest Lehrbetriebe wieder ihre Pforten öffnen. Bis dahin sind alle Auszubildenden zuhause. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Ausbildungszentrum St. Kizito konnten gehalten werden, sind aber seit Juni in einer Form Kurzarbeit. Das Lehrpersonal hat indes Inventur-, Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten durchgeführt. Für Tischlerei und Fahrzeugbauwerkstätten wurde neues Gerät angeschafft. Die Zeit wird auch intensiv für Anpassungen des Lehrplans oder auch für Interviews mit Absolventinnen und Absolventen genutzt. Für die Onlinekurse erhalten Lehrpersonal und Auszubildende Internet-Guthaben, um mit möglichst vielen die Ausbildung online weitermachen zu können. 240 Jugendliche sind im E-Learning Format dabei – ein schöner Erfolg!

Andere Partnerorganisationen in Kenia wie etwa Imani oder Kianda setzen nun verstärkt auf Sozialarbeit. In dicht besiedelten Slums sind regelmäßige Hygiene und social distancing nicht leicht einzuhalten, umso wichtiger sind Schutzmaßnahmen wie etwa das Tragen eines Mund-Nasen Schutzes. Auch wie man mit einfachen Mitteln Seife herstellt wird vermittelt und was über den Eigenbedarf hinausgeht, bringt Familien im Verkauf ein kleines extra Einkommen. Eine Option auf die auch unsere Partnerorganisation ECT in ihrem „Reach Out Programme“ setzt: mit 40 Euro konnten vier Personen Seife herstellen – der Mitteleinsatz ist gedeckt und 10 Euro bleiben als Gewinn: ausreichend um eine kleine Familie bis zu eine Woche lang zu ernähren.

Tansania (SAT): Hygieneschulungen und Bäume für die Dörfer

Zum Start der Anbausaison im Mai war das öffentliche Leben in Tansania noch weitgehend eingeschränkt. Unsere Partnerorganisation SAT (Sustainable Agriculture Tanzania), die Biolandbau-Kurse anbietet, musste sich neue Wege überlegen, wie sie gerade in der entscheidenden Anbau-Phase, trotzdem mit den Bäuerinnen und Bauern in Kontakt bleiben kann. Einige wurden mit Smartphones ausgestattet. Der Unterrichtsplan wurde um Hygieneschulungen erweitert und es wurde ein kontaktloses Händewasch-System installiert. Um die Ernährungssicherheit zu sichern, wurden mehrere Tausend Bäume in den Dörfern der Region gepflanzt: sie werden Bodenerosion verhindern und für Viehfutter sorgen.

Guatemala (FUNDAP): Flexibilität für die Zeit nach der Krise

Auch in Guatemala sind die sozialen und wirtschaftlichen Folgen durch die Maßnahmen zur Einschränkung der Pandemie stark spürbar. Viele Kleinst- und Kleinunternehmen konnten ihre Tätigkeiten nicht fortführen, lokale Wirtschaftsstrukturen sind zusammengebrochen und Arbeitsplätze verloren gegangen.

Unsere Partnerorganisation FUNDAP arbeitet händeringend daran, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter halten zu können. Nun bei FUNDAP mehr im Fokus als sonst ist die Sozialarbeit: Gesundheitsbeauftragte und Pflegepersonal wurden extra geschult, die lokale Bevölkerung zu informieren und unterstützen.

Doch insbesondere in ländlichen Gebieten, wo der Zugang zu Technologie eingeschränkt ist, konnten unsere mobilen Bildungs- und Ausbildungsprogramme nicht mehr wie gewohnt weitergeführt werden. FUNDAP hat alle notwendigen Maßnahmen gesetzt, die Schulungen online weiter zu führen und es konnten trotz etlicher Verbindungsprobleme 80% der Teilnehmerinnen und Teilnehmer weiterhin erreicht werden. Besonderes Augenmerk wurde in den Schulungen darauf gelegt, den Auszubildenden vielfältige Wege aufzuzeigen, wie sie sich nach der Krise rasch an die neue Realität anpassen können; indem sie zum Beispiel neue Vertriebskanäle erschließen oder ihre Waren auch online anbieten.

Bangladesch (MED-EL): Online geht das Studium weiter

In Bangladesch bauen wir als ein Teil einer großen Initiative zur Bekämpfung und Prävention von Taubheit zusammen mit dem internationalen Hörsystemehersteller MED-EL und der Austrian Development Agency eine dreijährige Bachelor Ausbildung in „Audiology & Speech Language Pathology“ auf. Durch den Lock-Down in Bangladesch hatten die Studierenden nicht mehr die Möglichkeit zur Ausbildungsstätte kommen. Auch in diesem Projekt wurde rasch nach Möglichkeiten gesucht, den Unterricht online weiterzuführen. Während die Entwicklung eines E-Learning Tools anfangs nur schleppend angelaufen ist, sind Live-Lectures und Video-Konferenzen mittlerweile fester Bestandteil des Unterrichts. Der Ausbildungsbetrieb wird aufrechterhalten und die Studierenden haben die Möglichkeit weiter zu lernen.

 

Albanien (Lenzing): Aufforsten mit Maske

Vor über einem Jahr haben wir gemeinsam mit Lenzing ein Social Impact Projekt zur Aufforstung Albaniens gestartet. 10 Hektar Gemeindeflächen werden in Albanien aufgeforstet, und mehrere 1000 Bäume gepflanzt. Trotz Corona und den damit verbundenen Ausgangsbeschränkungen in Albanien hat Lenzing es geschafft, das Projekt aufrechtzuerhalten. Und so konnte Mitte Mai das erste Waldbewirtschaftungs-Training in der Verwaltungseinheit Diber abgeschlossen werden.

Ungewohnte Zeiten erfordern ungewohnte Praktiken: so wurden die vielen Bäumchen im Team mit Schutzmaske und unter Einhaltung der vorgeschriebenen Abstandsregeln gehegt und gepflegt. Jeder einzelne Baum wächst zu einer Ertragsquelle für die Bevölkerung heran und schützt vor Erdrutsch- und Überschwemmungsgefahr.

„Obwohl die Lage nicht einfach ist, sehen wir die ungebrochene Energie unserer Projektpartner, die Kurse so gut wie möglich  weiterzuführen. Ein Schwerpunkt liegt in der Aufklärung: Hygiene-schulungen sind in der Unterstützung von geltenden Schutzmaßnahmen besonders wichtig.“

Martin Maier

Projektmanager ICEP

“Unsere Trainings für Farmer leben natürlich stark von der Praxis. Die Situation ist sehr herausfordernd, aber es gelingt uns immer besser, die Kursinhalte auch online gut zu vermitteln und einen Großteil der Kursteilnehmerinnen und    -teilnehmer zu erreichen.”

Janet Maro

Geschäftsführerin SAT

„Wir stehen vor der größten Herausforderung in der Geschichte unserer Organisation. Wir versuchen alles um unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu halten. Die Unterstützung der Bevölkerung ist nicht nur jetzt, sondern wird insbesondere dann, wenn die Krise nachlässt, wichtiger denn je.“

Jorge Arturo Gándara Gaborit

Geschäftsführer FUNDAP

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