Corona ist auch in Afrika und Lateinamerika angekommen – wie reagieren unsere Partnerorganisationen auf die neuen Umstände? 

Mit Optimismus durch die Krise

Die Ausbreitung des Corona-Virus und deren Konsequenzen zählt, wie für die meisten Organisationen und Unternehmen weltweit auch für uns zu den größten Herausforderungen seit unserer Gründung.

Seit die ersten Fälle auch in Uganda, Kenia, … in El Salvador oder Guatemala bekannt wurden, sind wir mit unseren Partnerorganisationen in noch engerem Kontakt. Auch wenn keine exakten Prognosen getroffen werden können und ein „back to normal“ nicht denkbar ist, teilen alle unsere Partnerorganisationen den Optimismus, dass auch diese Krise gemeistert werden kann. Wir bewundern diesen Geist und hoffen mit ihnen gemeinsam, aus dieser herausfordernden Zeit noch stärker herauszugehen.

Aus für Reisen

Große jährliche Abstimmungsmeetings, wie beispielsweise jenes von unserem SWEAR Programm (Skills and Work are East Africa’s Ressource) haben diesmal nicht in Uganda und Kenia, sondern an unseren Schreibtischen stattgefunden. Und auch wenn die Pausengespräche, Abendsessions und der soziale Austausch fehlten: alle Agendapunkte konnten besprochen und die Ziele und Aktivitäten für die kommenden Monate definiert werden.

Das von der Austrian Development Agency (ADA) ko-finanzierte Programm ist ein Netzwerk von mittlerweile 8 Ausbildungszentren in Uganda und Kenia, mit dem Ziel die bedarfsorientierte Berufsausbildung zu verbessern.

St. Kizito: Berufsausbildung
im Online-Format. Geht das?

Die Schulen vor Ort sind mittlerweile, bis auf Weiteres geschlossen. In Kenia beispielsweise gilt zusätzlich ein Versammlungsverbot, sowie eine Ausgangssperre von 17:00 bis 7:00 Uhr.

Im Bereich der Berufsausbildung ist eine 1:1 Verlagerung in Online-Formate nicht einfach handhabbar, zumal nur wenige Schülerinnen und Schüler zuhause über die technischen Mittel verfügen. Der starke Praxisbezug einer dualen Berufsausbildung erschwert hier die Online-Optionen zusätzlich.

Dennoch berichtet unser Berufsschulpartner St. Kizito aus Nairobi, dass man alle Bemühungen daransetzt, Teile des Lehrplans mit e-learning abzuwickeln, auch um so mit den Lehrlingen in Kontakt zu bleiben. Man ist zuversichtlich, dass der Lehrstoff selbst nach einer mehrmonatigen Schließung wieder aufgeholt werden kann. In Kenia hat man mit ähnlichen Ausnahmezuständen Erfahrung. Beispielsweise aus 2017, als es rund um die Präsidentenwahlen zu anhaltenden Unruhen kam.

Bei St. Kizito bleiben Lehrer und Trainer angestellt. Sie nutzen die Zeit nun zur Verbesserung der Werkstätten und Weiterentwicklung marktadäquater Curricula. St. Kizito ist dabei in laufender Abstimmung mit ICEP, sowie Unternehmenspartner PG Bison und dem Vorarlberger Beschlägehersteller BLUM.

ISBI: voller Fokus auf Online

Andere Voraussetzungen gelten für ISBI (Institute for Small Business Initiatives) in Nairobi: ISBI hat rasch reagiert und bietet bereits Online-Kurse an, genießt jedoch einen Sonderstatus, da das Institut einen Mix aus Unterricht, Beratung und Coaching für Unternehmerinnen und Unternehmer bietet, die über die Start-up Phase hinaus ihr Geschäft konsolidieren oder ausweiten möchten. Viele Ausbildungsinhalte lassen sich online gut abbilden und darüber hinaus verfügen sowohl ISBI, als auch die meisten Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer über das notwendige technische Equipment.

Ziele neu definiert

ICEP hat ISBI mit der Strathmore Business School gemeinsam vor 5 Jahren mit dem Ziel gegründet, marktbasierte Angebote für Unternehmen mit über 100.000 Dollar Umsatz zu schaffen. Heuer hätte sich ISBI erstmals allein aus den Kursgebühren finanzieren sollen. Die für 2020 angepeilten 300 Kursteilnehmer scheinen allerdings durch die Corona-Krise unrealistisch. Wahrscheinlich wird ICEP auch heuer zuschießen müssen, dafür wird ISBI 2021 fit für ein digitales Outreach-Programm für Unternehmer und Unternehmerinnen außerhalb Nairobis sein.
 
Der Geschäftsführer unserer Partnerorganisation in Guatemala FUNDAP, Jorge Gandara berichtet uns, dass er hofft, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter halten zu können und schickt uns folgendes Zitat, das wir gerne mit Ihnen teilen: „Die schlimmste Pandemie ist das Abgeben von Verantwortung. Alle anderen kann man durch die Solidarität besiegen“.

„Das Institut wird nach allen Möglichkeiten versuchen, Kurse online anzubieten. Wenn diese Krise vorbei ist, werden wir stärker sein als zuvor und mit unseren Ausbildungen helfen, Kenias KMU-Struktur wiederaufzubauen.“

Maryanne Akoth

ISBI, Programmdirektorin

„Die Länder in denen wir arbeiten sind Krisen in den verschiedenen Formen leider gewohnt. Corona bedeutet eine neue Not, auf die sich niemand vorbereiten konnte. Der Optimismus unserer Partner stärkt uns in unserem Ziel, alle Ausbildungsprogramme sobald wie möglich wieder aufzunehmen.“

Bernhard Weber

ICEP, Geschäftsführer

„Nach dieser Krise werden nachhaltige Berufsausbildungen für Jugendliche und Weiterbildung für bereits tätige Tischler nötiger sein, denn je.“

Consolata Njihia

St Kizito, Berufsbildungszentrum Nairobi

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