Know-How aus Österreich für Berufsbildung in Kenia

ICEP organisierte für Consolata Njihia vom keniatischen Partner Kizito vom 11. bis 14. Juni 2019 einen Austausch mit verschiedenen Bildungsinstitutionen in Österreich.

Know-how Austausch im Mittelpunkt

Consolata Njihia, administrative Leiterin der ICEP-Partnerorganisation Kizito, einem Ausbildungszentrum in Nairobi, hat mit Unterstützung von ICEP das Ausbildungsangebot ihres Berufsbildungszentrums einer vollständigen Überarbeitung unterzogen: Duale Ausbildung, angeregt vom österreichischem Modell, Soft Skill- Training für die Jugendlichen und der Aufbau von Kooperationen mit Unternehmen. Die Zusammenarbeit zwischen ICEP und Kizito ist Teil des von der Austrian Development Agency kofinanzierten Programms SWEAR (Skills and Work are East Africas Resource), in dessen Rahmen ICEP seit Anfang 2015 noch fünf weiteren Berufsbildungszentren in Kenia und Uganda dabei stärkt, ihr Ausbildungsangebot zu überarbeiten und am Arbeitsmarkt nachgefragte Ausbildungen anzubieten.

Der Know-how Austausch unter den Berufsbildungszentren selbst ist eine wichtige Säule des Ansatzes von ICEP in Uganda und Kenia. Wie gut diese Vernetzung, der strukturierte Dialog über Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Unternehmen, die gemeinsame Entwicklung von didaktischem und pädagogischem Material funktioniert, wurde auch von einer externen Evaluierung hervorgestrichen, die 2017 durchgeführt wurde.

ICEP treibt die Zusammenarbeit der Berufsbildungszentren voran, begleitet den Know-how Austausch und bringt sich inhaltlich dort ein, wo Impulse von außen notwendig sind. Zur Weiterentwicklung von Expertise und Know-how setzt ICEP dabei sehr erfolgreich auch auf österreichische und internationale Partner.

HTL Ottakring

Eines der Highlights war der Besuch der HTL Ottakring, mit der ICEP ein Programm zum Thema „Sicherheit am Arbeitsplatz“ in Kenia und Uganda umsetzt. Mit Werkstätten-Leiter Michael Brunn und Charlotte Kirnbauer wurden Werkstätten zu Metallverarbeitung, Elektrik und Schweißen besucht. Consolata Njihia erhielt einen Einblick in die Unterrichtsmethoden, die Sicherheitsvorkehrungen in den Werkstätten und deren praktischen Umsetzung.

Im Austausch mit Institutionen in Österreich

Vom 11. bis 14. Juni 2019 hat ICEP Consolata Njihia zu einem Arbeitsbesuch nach Österreich eingeladen. Die Leiterin des Berufsbildungspartners aus Kenia hatte die Möglichkeit zum Austausch mit Vertretern verschiedener österreichischer Bildungsinstitutionen. Sie war beeindruckt von der Expertise ihrer Gesprächspartner und von deren Offenheit und Interesse am Austausch.

Austrian Development Agency

Am Dienstag Vormittag fand das Treffen mit Katharina Ferreira-Steinhart bei der Austria Development Agency (ADA) statt. Zahlen und persönliche Erfahrungen zum aktuelle Rahmenprogramm in Kenia und Uganda, an dem auch Kizito mitwirkt, wurden besprochen und diskutiert. Herausforderungen und die Entwicklungen des keniatischen Bildungssystems waren ebenfalls Thema.

Wirtschaftskammer Österreich WKO

Der nächste Programmpunkt war eine Präsentation und Diskussion der Erfolgsfaktoren des österreichischen dualen Ausbildungssystems, sowie eine Diskussion über Berufsberatung und Chancen am Arbeitsmarkt in Österreich und Kenia mit Thomas Reichenbach. Die Präsentation der Erfolge und Reichweite des SWEAR Programms und  bildeten den Abschluss des Besuchs bei der WKO.

Jugend am Werk

Am Mittwoch führte Wolfgang Bamberg, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, durch die Werkstätten zu Metallverarbeitung, Tischlerei, Elektrik und Textil des Ausbildungszentrums in der Lorenz-Müller-Gasse in Wien. Soft Skills der Schüler, wie Pünktlichkeit, Anwesenheit, und Teamwork standen, neben dem Gespräch mit Schülern und Lehrern, im Mittelpunkt des Austausches.

Berufsschule für Maschinen-, Fertigungstechnik und Elektronik

Am Donnerstag stand der Besuch der Berufsschule für Maschinen-, Fertigungstechnik und Elektronik in der Apollogasse an, wo Direktor Andreas Kranzlmayer für einen Austausch zur Verfügung stand. Im Mittelpunkt des Interesses stand, neben dem Austausch mit Lehrern und Schülern, die Zusammenarbeit mit Unternehmen und die hoch spezialisierte Ausbildung.

Berufsschule für Gastgewerbe

In der Berufsschule für Gastgewerbe präsentierte Direktor Stellv. Christian Russbacher den praktischen und theoretischen Unterricht seiner Schule. Es gab außerdem die Zeit, mit Schülern und Lehrern über die einzelnen Unterrichtsfächer sowie das praktische Training in Küche und Service zu sprechen. Mit den Lehrern fand zudem ein Austausch über die Herausforderungen des Trainings statt.

Berufsschule für Holz, Klang, Farbe, Lack

Den Abschluss des Programms bildete am Freitag ein Besuch bei der Berufsschule für Holz, Klang, Farbe, Lack. Direktor Christoph Hrabe begrüßte Consolata Njihia. Ein Rundgang durch die Werkstätten gab einen beeindruckenden Einblick in die Herstellung von Musikinstrumenten. Die Organisation und Anordnung der Holzwerkstätten bot einen guten Eindruck in das österreichische System. 

Aus Österreich viel mitgenommen.

Die Tage in Österreich gaben Consolata Njihia Einblick in die Arbeitsweisen der Ausbildungsstätten in Österreich. Sie war begeistert von den unterschiedlichen Werkstätten und den Impulsen, die sie für ihre Arbeit mitnehmen konnte. „Es hilft mir sehr, zu sehen, dass auch in Österreich viel Aufwand betrieben wird, um gut ausgebildete Jugendliche auf den Arbeitsmarkt zu schicken. Ich bin beeindruckt von dem Zusammenspiel mit der Wirtschaft und den vielen unterschiedlichen Kursen, die in Österreich angeboten werden. Besonders interessant war für mich der Aufbau der Werkstätten und wie sehr hier auf Sauberkeit und Ordnung geachtet wird.“ 

Consolata Njihia, seit 2008 Leiterin des Ausbildungzentrums Kizito, unterstreicht bei jeder Gelegenheit, wie stark ihre Arbeit vom Know-how Austausch mit anderen Berufsbildungszentren in Kenia und Uganda profitiert hat. Ohne die Netzwerkbildung mit den anderen ICEP-Partnern hätten sie nicht den Zugang zu Unternehmen gefunden. „Wir konnten mittlerweile 49 Unternehmen für unsere duale Ausbildung gewinnen. Besonders freut uns, dass viele der Jugendlichen bei dem Unternehmen, in dem sie ihre praktische Ausbildung gemacht haben, einen Job finden.“

 Berufsbildung für Jugendliche in Kenia

monatige Ausbildung im Berufsbildungszentrum

monatiges Betriebspraktikum in einem Unternehmen

Jugendliche bei einem der Berufsbildungspartner von ICEP in einer dualen Ausbildung sind

Unternehmen in Kenia als Partnerbetrieb für eine Zusammenarbeit gewonnen

ICEP und SWEAR

Im Rahmen des von der Austrian Development Agency kofinanzierten Programms SWEAR (Skills and Work are East Africa’s Resource) unterstützt ICEP seit Anfang 2015 Berufsbildungszentren in Nairobi und Kampala dabei, ihr Ausbildungsangebot mehr am Arbeitsmarkt auszurichten. Unter anderem werden die didaktischen und pädagogischen Strukturen verbessert, Life-skills in das Lehrangebot integriert und die Zusammenarbeit mit Unternehmen und öffentlicher Verwaltung ausgebaut. ICEP setzt zudem auf den Austausch von Know-how zwischen den Ausbildungszentren, um die Qualität der Berufsbildung in der Projektregion langfristig zu sichern.

Peter, Elektriker

Berufsbildung in Entwicklungsländern

ICEP fördert Berufsbildung in Entwicklungsländern, die sich am Bedarf der lokalen Wirtschaft orientiert und die Chancen von Menschen am Arbeitsmarkt verbessert. In Entwicklungsländern ist gerade der Bevölkerungsanteil von Jugendlichen hoch und die Nachfrage nach beruflicher Ausbildung enorm.

Gemeinsam mit Partnern in Ostafrika und Zentralamerika unterstützt ICEP Berufsbildungszentren dabei, bessere und von den Unternehmen nachgefragte Ausbildungen anzubieten. Dabei werden die didaktischen und pädagogischen Strukturen überarbeitet und die Zusammenarbeit mit Unternehmen und der öffentlichen Verwaltung gestärkt. ICEP setzt zudem auf den Austausch von Know-how zwischen den Ausbildungszentren, um die Qualität der Berufsbildung in der Projektregion langfristig abzusichern.

 

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