Know-How aus Österreich für Berufsbildung in Uganda

ICEP organisierte für Chrispine Wanyahoro vom ugandesischen Partner CoWA VTC vom 11. bis 14. Juni 2018 einen Austausch mit verschiedenen Bildungsinstitutionen in Österreich.

Know-how Austausch im Mittelpunkt

Chrispine Wanyahoro, Managerin der ICEP-Partnerorganisation COWA VTC, einem Ausbildungszentrum in Kampala, hat mit Unterstützung von ICEP, das Ausbildungsangebot ihres Berufsbildungszentrums einer vollständigen Überarbeitung unterzogen: Duale Ausbildung angeregt vom österreichischem Modell, Soft Skill- Training für die Jugendlichen und der Aufbau von Kooperationen mit Unternehmen. Die Zusammenarbeit zwischen ICEP und COWA VTC ist Teil des von der Austrian Development Agency kofinanzierten Programms SWEAR (Skills and Work are East Africas Resource), in dessen Rahmen ICEP seit Anfang 2015 noch sieben weitere Berufsbildungszentren in Nairobi und Kampala dabei unterstützt, ihr Ausbildungsangebot zu überarbeiten und am Arbeitsmarkt nachgefragte Ausbildungen anzubieten.

Der Know-how Austausch unter den Berufsbildungszentren selbst ist eine wichtige Säule des Berufsbildungsansatzes von ICEP in Uganda und Kenia. Wie gut die Vernetzung der Berufsbildungszentren untereinander, der strukturierte Dialog über Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Unternehmen, die gemeinsame Entwicklung von didaktischem und pädagogischem Material funktioniert, wurde auch von einer externen Evaluierung herausgestrichen, die 2017 durchgeführt wurde.

ICEP treibt die Zusammenarbeit der Berufsblldungszentren voran, begleitet den Know-how Austausch und bringt sich inhaltlich dort ein, wo Impulse von außen notwendig sind. Zur Weiterentwicklung von Expertise und Know-how setzt ICEP dabei sehr erfolgreich auch auf österreichische  und internationale Partner.

Im Austausch mit Institutionen in Österreich

Vom 11. bis 14. Juni 2018 hat ICEP Chrispine Wanyahoro für einen Arbeitsbesuch nach Österreich geholt. Die Managerin des Berufsbildungspartners aus Uganda profitierte dabei auch enorm vom Austausch mit Vertretern verschiedener österreichischer Bildungsinstitutionen. Sie zeigte sich aber nicht nur von der Expertise ihrer Gesprächspartner beeindruckt, sondern auch von deren Interesse und Offenheit.

HTL Ottakring

Am Montag ging es zur HTL Ottakring, mit der ICEP kooperiert und ein Programm zum Thema „Sicherheit am Arbeitsplatz“ in Kenia umsetzt. Mit Werkstätten-Leiter Michael Brunn wurden Werkstätten zu Metallverarbeitung, Elektrik und Schweißen besucht. So konnte Chrispine Wanyahoro einen tiefen Einblick in die Unterrichtsmethoden der österreichischen technischen Ausbildung erhalten.

Austrian Development Agency

Am Nachmittag fand das Treffen mit Katharina Ferreira-Steinhart bei der Austria Development Agency ADA statt, wo das aktuelle Rahmenprogramm in Kenia und Uganda, an dem auch das COWA VTC mitwirkt, präsentiert und diskutiert wurde. Gleichzeitig wurden auch Herausforderungen und zukünftige Entwicklungen des ugandesischen Ausbildungssystems beleuchtet. 

Landwirtschaftliche Fachschule Tulln

Am Dienstag stand der Besuch der Landwirtschaftlichen Fachschule Tulln an, wo Direktor Dipl.-HLFL-Ing. Josef Meisl den Anwesenden die Ausbildungseinrichtungen zum Anbau von Gemüse und Obst auf ökologischer Basis näher brachte. Auch Glashäuser, Bienenstöcke und „rollende“ Hühnerfarmen sowie Bioenergie-Lösungen wurden präsentiert.

Biogemüse CSA Kamptal &
Weingut Weixelbaum

Bei Biogemüse CSA Kamptal präsentierte Mona Woesendorfer die Produktion von diversen Gemüsesorten nach kontrolliert biologischem Anbau in Anbautunnels und auf dem freien Feld sowie den Einsatz von Biodüngern und den Anbau ohne Pestizide. Mit Gabriele Weixelbaum vom Weingut Weixelbaum wurde die Produktion und Distribution von Wein unter die Lupe genommen.

Jugend am Werk

Im Ausbildungszentrum in der Lorenz-Müller-Gasse in Wien, führte Wolfgang Bamberg, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, durch die Werkstätten zu Metallverarbeitung, Tischlerei und Uhrmacherei. Zusätzlich zu den Gesprächen mit Schülern und Lehrern konnte Chrispine Wanyahoro hier Persönlichkeitsbildung insbesondere Themen wie Pünktlichkeit und Gewalt am Arbeitsplatz diskutieren.

Wirtschaftskammer Österreich WKO

Präsentation und Diskussion des österreichischen dualen Ausbildungssystems und dessen bisherige und zukünftige Umsetzung mit Thomas Reichenbach und Melina Schneider bei der WKO. Es wurde eine Studie zu den sieben entscheidenden Themen für die Einführung der dualen Ausbildung präsentiert. ICEP ersuchte die WKO Projekte in Uganda auf institutioneller Ebene zu unterstützten.

Aus Österreich viel mitgenommen.

Chrispine Wanyahoro, die COWA VTC seit 2015 leitet, unterstreicht bei jeder Gelegenheit, wie stark ihre Arbeit vom Know-how Austausch mit anderen Berufsbildungszentren in Kenia und Uganda profitiert hat. Ohne die Netzwerkbildung mit den anderen ICEP-Partnern hätten sie nicht den Zugang zu Unternehmen gefunden. „Ständig kommen weitere Unternehmen dazu, die mit uns in der Berufsbildung kooperieren möchten. Ohne die Zusammenarbeit mit ICEP wäre das alles nicht möglich.“

Die fünf Tage in Österreich haben ihr wiederum einen sehr konkreten Einblick gegeben, wie Berufsbildung in Österreich funktioniert und wieviele Faktoren hier zusammenspielen. „Einerseits hilft es mir zu sehen, dass auch in Europa enorm viel Aufwand betrieben werden muss, damit am Ende gut ausgebildete Jugendliche die Schule verlassen. Andererseits beeindruckt es, wie gut durchdacht die Kurse aufgebaut sind und wie wirtschaftsnahe alle denken. Was ich ebenfalls nie vergessen werde ist, wie hilfsbereit, freundlich und interessiert die Menschen hier auf mich zugegangen sind.“

 Berufsbildung für Jugendliche in Uganda

monatige Ausbildung im Berufsbildungszentrum

monatiges Betriebspraktikum in einem Unternehmen

Jugendliche begannen 2016 die Schweißer-Ausbildung

Jahre, die ICEP in Uganda mit CoWA VTC aktiv ist

Ausbildung mit Job-Perspektive

Der 22-jährige John Koeber war einer der COWA-Absolventen aus dem Jahr 2017. Nach einigen Hürden hat er nun – überglücklich – eine Fixanstellung bei Jagdev Engineering bekommen, wo er auch sein Praktikum absolvierte: „Meine alleinerziehende Mutter hat seit jeher finanzielle Probleme und konnte mich ausbildungstechnisch nicht unterstützen. So wandte ich mich an COWA, um ein Stipendium für die Ausbildung zum Schweißer zu erhalten. Neben den Ausbildungskosten, hatte ich Ausgaben für Essen, Schulmaterialien und Transport. In Uganda ist es nicht üblich, während der Ausbildungszeit entlohnt zu werden. Daher musste ich mir in den zwei Jahren der Ausbildung meinen Lebensunterhalt durch Gelegenheitsjobs verdienen. Ich musste mir Selbstdisziplin beibringen und lernen, was es heißt, seinen Job ernst zu nehmen. Jetzt nach meiner Übernahme durch das Unternehmen Jagdev habe ich endlich eine Fixanstellung und ein Gehalt, was für einen ugandesischen Mann meines Alters ein richtig großer Erfolg ist. Nach nur 6 Monaten wurde ich bereits befördert. So kann ich nun sogar meine Familie finanziell unterstützen. Das Modell „Dual Training“ hat mein Leben sehr erfolgreich verändert “, erklärt John stolz.

ICEP und SWEAR

Im Rahmen des von der Austrian Development Agency kofinanzierten Programms SWEAR (Skills and Work are East Africa’s Resource) unterstützt ICEP seit Anfang 2015 Berufsbildungszentren in Nairobi und Kampala dabei, ihr Ausbildungsangebot mehr am Arbeitsmarkt auszurichten. Unter anderem werden die didaktischen und pädagogischen Strukturen verbessert, Life-skills in das Lehrangebot integriert und die Zusammenarbeit mit Unternehmen und öffentlicher Verwaltung ausgebaut. ICEP setzt zudem auf den Austausch von Know-how zwischen den Ausbildungszentren, um die Qualität der Berufsbildung in der Projektregion langfristig zu sichern.

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Berufsbildung in Entwicklungsländern

ICEP fördert Berufsbildung in Entwicklungsländern, die sich am Bedarf der lokalen Wirtschaft orientiert und die Chancen von Menschen am Arbeitsmarkt verbessert. In Entwicklungsländern ist gerade der Bevölkerungsanteil von Jugendlichen hoch und die Nachfrage nach beruflicher Ausbildung enorm.

Gemeinsam mit Partnern in Ostafrika und Zentralamerika unterstützt ICEP Berufsbildungszentren dabei, bessere und von den Unternehmen nachgefragte Ausbildungen anzubieten. Dabei werden die didaktischen und pädagogischen Strukturen überarbeitet und die Zusammenarbeit mit Unternehmen und der öffentlichen Verwaltung gestärkt. ICEP setzt zudem auf den Austausch von Know-how zwischen den Ausbildungszentren, um die Qualität der Berufsbildung in der Projektregion langfristig abzusichern.

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